Hannover – 5. Februar 2010. Niedersachsens Wirtschaftminister Jörg Bode traf sich heute mit zahlreichen Vertretern großer und mittelständischer Unternehmen der Autozulieferbranche und deren Verbänden zum „Zuliefergipfel“. Mit dem Treffen setzte Bode den zu Beginn des vergangenen Jahres von Ministerpräsident Christian Wulff aufgenommenen Dialog mit der Zulieferindustrie fort. „Mit dem systematischen Austausch
zwischen Landesregierung und den Partnern der Automobilindustrie wollen wir gemeinsam das Autoland Niedersachsen nach vorn tragen“, sagte Bode im Anschluss an das Treffen im Haus der Industrie.
Die Teilnehmer zeigten sich einig, dass ein enger Schulterschluss zwischen Wirtschaft und Politik gerade in der derzeitigen Krise von großer Bedeutung sei. „Unsere Branche ist zwar auf Erholungskurs, aber die Wegstrecke ist noch lang. Das Ende der Talfahrt bedeutet noch lange kein Ende der Krise“, sagte Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer der Industriearbeitgeberverbände NiedersachsenMetall und der deutschen Kautschukindustrie.
Die Beteiligten vereinbarten die Gründung eines Forums „Forschung und Innovation“. Bode: „Wir wollen den Erfahrungsaustausch der Unternehmen untereinander erhöhen und eine Kooperationsbörse zwischen Wirtschafts- und Forschungseinrichtungen errichten.“Dr. Horst Schrage, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Hannover: „Eine solche horizontale Vernetzung auf Landesebene stärkt den Standort Niedersachsen für die Automobilzulieferer.“
Unter der Moderation des Wirtschaftsministeriums haben sich NiedersachsenMetall, der Arbeitgeberverband der Deutschen Kautschukindustrie (ADK) und die Industrie- und Handelskammern bereit erklärt, das Forum zu organisieren und zu betreuen.
Wesentliche Bestandteile des Forums sollten sein:
- Diskussion technischer Entwicklungen in ausgewählten Bereichen und Branchentrends
- Kontaktvermittlung zu regionalen wissenschaftlichen Einrichtungen
- Rotierende Veranstaltungen jeweils in einem der beteiligten Unternehmen bzw. Forschungseinrichtungen.
Die Gründung des Forums ist auch das Ergebnis der Vorstellung des Niedersächsischen Forschungszentrum Fahrzeugtechnik an der TU Braunschweig. Bereits im ersten Treffen vor einem Jahr hatten die Arbeitgeberverbände eine solche Einrichtung nachdrücklich befürwortet.
Wichtige Themen der Gesprächsrunde waren außerdem die wirtschaftliche Lage der Branche. „Wir wissen aus unserer traditionellen Konjunkturumfrage, dass rund 50 Prozent unserer befragten knapp 700 Betriebe im Jahr 2010 eine Stagnation bei Produktion und Export erwarten. Die aktuelle Kapazitätsauslastung liegt im Schnitt bei 70 Prozent“, sagte Verbandschef Volker Schmidt.
Alle Beteiligten einigten sich darauf, dass der Dialog im halbjährlichen Modus fortgesetzt werde.
Hintergrund:
Der Autozuliefergipfel geht auf eine Initiative des Arbeitgeberverbandes NiedersachsenMetall zurück. Dem Kreis gehören mehr als 30 namhafte niedersächsische Unternehmen der Branche an. Die ersten Treffen fanden im Januar 2009 und Juni 2009 statt.
Werner Fricke
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